Die schockierende Nachricht: Patrick sei schwul!

Patrick-Emmanuel-Gott-Schwul

Endlich in Gottes Wohlgefallen ich
selber sein dürfen!

Vielleicht kennst du mich als jemanden, dessen Hingabe an Jesus du schätzt, der Jahrzehnte mit dem Wort Gottes in aller Welt gedient hat, von dem du Liebe erfahren und dahinter die Glut der Liebe Gottes erspürt hast… – und jetzt das – die schockierende Nachricht: Patrick sei schwul und würde das sogar leben!

Für die, die mich nicht kennen - ich war 25 Jahre als Missionar und Bibellehrer in aller Welt unterwegs mit dem brennenden Anliegen der Wiederherstellung des Leibes Christi als Organismus von sich gegenseitig hingegeben liebenden Heiligen - ein intensives Leben, voller Erfahrung von Wundern Gottes, Wirksamkeit aus seiner Nähe, der Gnade in das Leben von Menschen hinein Gottes heilende und verändernde Gegenwart zu bringen, auch vom Sehen der weiten Horizonte von Gottes Plänen aus der Schrift, aus Geschichte und Gegenwart. Und von wunderbarer ehrlicher Gemeinschaft mit anderen im Geist, vor denen man keine Maske mehr haben muss, eine Gemeinschaft, aus der Kraft erwächst.

Aber es gab es ein Problem. Nicht Frauen zogen mich an, sondern Männer. Von klein auf. Etwas in mir war falsch! War es Züchtigung, wie es Römer 1 beschreibt? Doch warum? Die gehörten Deutungsvarianten passten nicht. Ich liebte Jesus und erfuhr seine Wirksamkeit in und durch mich. Doch diese Gefühle in mir, diese Neigung, waren eine grundsätzliche Infragestellung meiner Person, zumal ich sie so als Teil meiner Person wahrnahm, dass ich nicht wusste, wie ich sie getrennt davon hätte sehen können. Ich flüchtete aus dieser Infragestellung zu Gott, der mir Sicherheit, Zuspruch und Bestätigung aus seinem Wort gab. Doch das fundamentale Fragezeichen darunter blieb und wog schwer. Einige Vertraute wussten von meinen Kämpfen - diesen Gefühlen keinen Millimeter Raum zu geben. Doch ein Vakuum blieb. Weil ich nichts kannte von Gefühlen für oder Sehnsucht nach einer Frau. Nun, da Homosexualität Sünde ist, wollte ich so damit umgehen, wie mit anderen Sünden auch: "Ich halte mich der Sünde für gestorben (Röm 6,11)!" In dieser Weise hatte ich die Tatsache des Mitgestorben- und Mitauferstandenseins mächtig erleben dürfen, als Befreiung von vielen alten Sünden. Doch in Bezug auf meine homosexuelle Neigung funktionierte es nicht. 

Ausführlicher habe ich meine Geschichte anlässlich des Thementages einer deutschen Freikirche im Oktober 2018 erzählt...

Vermutlich ist dies für dich genauso klar, wie es für mich war: Jede Form der Homosexualität ist Sünde, deren Akzeptanz in Gesellschaft und Kirche ist ein Zeichen von Abfall und Dämonie, vielleicht auch von endzeitlichem Verderben, in jedem Fall ist sie Gott ein Greuel, wie man ja auch ganz klar von Sodom und Gomorrah bis Römer 1 sieht. Vielleicht bist du schon einmal Mitchristen begegnet, die den Mut hatten, sich dir in ihrem Kampf gegen homosexuelle Neigungen anzuvertrauen und bist zum Schluss gekommen, dass die Neigung an sich, mit der sich jemand vorfindet, nicht schon Sünde sei, ganz sicher aber, daraus irgendeine Art von Praxis zu machen.

Ich möchte dir hier ein wenig Anteil geben an meinem Weg, der mich in eine ganz neue Tiefe der Selbstannahme und, ja richtig, in die Annahme meiner Homosexualität geführt hat. Ich durfte nun, nach so vielen Lebensjahrzehnten, das erste Mal Liebe so erfahren, wie es für heterosexuelle Menschen normal und klar und logisch ist. Welch wunderbares Geschenk! Du wirst höchstwahrscheinlich um die mächtige Bedeutung von partnerschaftlicher Liebe für einen Menschen wissen. Vielleicht kannst Du ahnen, was es bedeutet, wenn dies immer nur ersetzt wurde durch ein zermürbendes "Du bist falsch". 

Hilfe - ich sehne mich nach dem "falschen" Partner!

Patrick-Emmanuel-Jesus-Gemeinde

Jahrzehntelang begleitete mich diese Not...

Es ist nicht lange her, dass ich wieder einmal von der Erschaffung Evas aus der Rippe Adams las und mir auf einmal auffiel: Gott sah, was Adam brauchte! In seiner großartigen Kenntnis und Liebe zum Menschen nahm er wahr – hier war etwas nicht gut: „Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine sei, ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht“ (Gen 2,18). Und er schuf für ihn das, was IHM entsprach. Was ihm entspricht, ist dabei ja keine theoretische Überlegung oder Richtigkeit. Ein Mensch weiß, wonach, nach welchem Gegenüber, welcher Ergänzung, welchem Partner er sich sehnt. Seine Seele ist danach geformt, nach der Ergänzung durch eine entsprechende andere Seele, seine Liebesfähigkeit ist darauf ausgerichtet. Und wo er es erlangt, darf er die wundersame Schöpfungsmöglichkeit des berühmten blinden Verliebtseins erfahren – um später daraus reife Liebe werden zu lassen.

Ja, bei den meisten Menschen ist dies, wonach der Mensch sich sehnt, und worin seine Liebe zur Erfüllung kommt, ein Mensch des anderen Geschlechts. Nicht bei allen. So war auch bei mir nie das meine Sehnsucht. Doch wonach ich mich sehnte – dies gab es nur als Verbot. Und so kannte ich es nur als Gegenstand meines Dagegen-Kämpfens. Ein Christ ist nicht schwul! – das war immer klar. Für mich schien es keinen Gott zu geben, der mich SAH und sagte: „Es ist nicht gut, dass der Mann alleine sei, ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht“ (Gen 2,19).

Nun mag man einwenden: In Wirklichkeit entspricht dir keineswegs ein Mann, das ist deine Täuschung aus einer hier oder dort beschädigten Seele, lass uns in deiner Kindheit nachsehen… Meine Freunde, das habe ich lange und gründlich getan. Ich konnte auch gut nachvollziehen, warum ich an bestimmten Stellen in der mir geschenkten Männlichkeit nicht zuhause wurde. Ich durfte vieles an Heilwerden erleben (darüber an anderer Stelle), in meinem Mannsein in tieferer Weise sicher werden. Doch all das änderte nichts daran, dass ich nun mal nicht zu Frauen hingezogen wurde.

Was rätst Du einem solchen Menschen?

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"Wer bin ich?" - Wenn ich einen grundlegenden Aspekt der eigenen Identität nicht annehmen kann, dann kehrt auch bei bester Glaubensfestigkeit letztlich kein Friede ein, da Jesus in uns nur leben möchte, als die Menschen, die wir selbst sind, nicht als jemand anders.

Sich darüber hinwegsetzen und doch eine Frau heiraten? Das geschieht bei Tausenden. Möchtest Du die Frau eines Mannes sein, der sie gar nicht so lieben kann, wie sie es verdient hat? Nämlich als diejenige, die sein Alles ist (nach Gott), der er seine ganze Liebe schenken kann und der ihre ganze Liebe voll empfängt? Bei manchen solchen Ehen hält es mit guter Disziplin Jahrzehnte – bis die Fassade auseinanderbricht. Höre solchen Ehepartnern zu und frage dich, ob eine solche Heirat ein guter Rat ist. Sicherlich ändert sie nichts an der sexuellen Orientierung, das ist tausendfach bewiesen, und eine solche Vorstellung ist eine uninformierte Phantasie, die dann wirklich gefährlich wird, wenn damit in Form von Rat in das Leben eines Menschen hineingegriffen wird.

Oder rätst du ihm, sein "Problem mit der Homosexualität" durch eine Therapie loszuwerden? Nun die meisten, wenn sie ehrlich sind, nehmen ihre Homosexualität als ein Teil ihrer Identität wahr - "ich-dystone" Homosexualität (wie man in der Psychologie sagt: eine als nicht zu mir gehörige und nicht gewünschte Eigenschaft) wird nach meiner Beobachtung hauptsächlich dann wahrgenommen, wenn man diese Eigenschaft nicht als zu sich gehörig annehmen WILL, weil man entsprechend anders gelehrt wurde. Doch die eigene Person kann man nicht wegtherapieren

Oder du rätst ihm schließlich, eben zölibatär zu leben, wie man so schön sagt. Ohne eine Berufung zum Alleinsein? Und wir wissen es auf einmal besser als Gott und meinen, für diesen Menschen sei es eben doch gut, dass er alleine sei? Und wundern uns dann, daß Missbrauchsskandale in Kirchen zuhauf weggeschwiegen werden müssen –  die dort MEHR passieren als bei den Kindern der Welt?

Herausgestoßen aus alten Lehr-Sicherheiten zu radikaler Selbstannahme

Bei mir bedurfte es eines extremen persönlichen Zusammenbruchs, um die bis dahin sicheren klassisch evangelikalen Überzeugungen ins Wanken zu bringen: die Missionsgemeinschaft, mit der ich 25 Jahre lang Dienst, Vision und Hingabe teilte und in der ich intensive tägliche Gemeinschaft lebte – da wir nicht nur von wahrhaftiger Gemeinschaft des Leibes Christi predigen wollten, sondern uns verplichtet sahen, das auch  modellhaft zu leben –, sie setzte mich buchstäblich vor die Tür. Da ich in dieser Gemeinschaft all meine Überzeugungen, aber auch all meine Freundschaften und familiäres Eingebundensein gehabt hatte, brach nun mit einem Schlag all dies weg. Ich geriet in große Verzweiflung. Übrig blieb nur meine Verbindung zu Gott selbst.

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Endlich in meinem Mannsein ganz zuhause zu sein, war ein spannender und wunderbar sicher machender Prozess, und ich erfuhr Gott als den, dessen Zuspruch mich darin leitete.

Irgendwelche gutgemeinten Lehrmeinungen und vereinfachende, feste moralische Urteile nutzen mir in dieser Lage nichts mehr. Ich hatte keine andere Wahl, als mich mit dem, was ich in meinem tiefsten Inneren in Wahrheit war, radikal und ungeschönt bei Gott zu bergen, bei ihm zuhause zu sein, und allein daraus neue Sicherheit aufzubauen.

Die Güte Gottes war es, die mich durch diesen schmerzlichen Prozess hindurch an der Hand nahm. Sie führte mich dazu, mich in verschiedenen grundlegenden Dimensionen meiner Person total neu anzunehmen.

  • Mich neu anzunehmen in meiner MÄNNLICHKEIT: Wie viele homosexuelle Männer bin ich mit musischen und kreativen Eigenschaften und Sensibilität ausgestattet, die insbesondere Frauen in meiner Kindheit und Jugend lobten, schätzten und förderten – zu meiner Männlichkeit und den ihr zugeordneten Attributen hatte ich eher ein gespaltenes Verhältnis. Ich empfing dafür wenig Bestätigung sowie auch wenig männliche emotionale Nähe durch meinen Vater, was sich dann auch auf den unsicheren Umgang mit den Jungs meines Alters niederschlug. Diese Unsicherheit wusste ich zwar geschickt durch Führungsfähigkeiten und auch eine gewisse Überheblichkeit zu umgehen, doch der tiefe Schmerz lag darunter. Ob dies nun eine Mit-Ursache der Homosexualität (wie Veränderungs-Therapien es verstehen) oder eine Auswirkung derselben war – Gott wollte mich dazu führen, keinen Teil meiner Person mehr abzuspalten. Mit großer Freude genoss ich es nun, meine Männlichkeit bewusst auf vielen Ebenen und auch zusammen mit anderen wahrzunehmen. Ich genoss die Wildnis in meinem Landrover, Ringkämpfe mit anderen, Schlammschlachten, und auch die Männlichkeit meines Körpers beim Krafttraining wahrzunehmen, einschließlich der Bestätigung, die ich dafür empfing.

  • Mich neu anzunehmen in meiner SEXUALITÄT: Wenn ich auch gelernt hatte, dass sie ein wunderbares Schöpfungsgeschenk Gottes war, gab es sie für mich doch nur als furchtbaren Konflikt – da ich in jedem Fall Gott gefallen wollte und jede sexuelle Erfahrung einschließlich Selbstbefriedigung für mich Sünde war. Ich erinnere mich, als ich das erste Mal eine solche Erfahrung mit mir selbst machte und voller Lob Gottes für das Schöpfungswunder der Sexualität war und über das, was er in mich hineingelegt hat. Ich begann die Sexualität nicht mehr als Feind, sondern als einen wunderbaren Ausdruck meiner Person zu erkennen, die gleichzeitig über mich hinausweist.
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Endlich, vorsichtig, durfte ich wahrnehmen, wie Gott mich mit der männlichen Liebe eines Menschen beschenkt, die ich kaum gewagt hatte, zu ersehnen, und die er auch nicht weiter nur "im Geist" ersetzen wollte. Welch Friede kehrte ein, nach so vielen Jahren eines falschen Kampfes.

  • Und mich schließlich erstmals anzunehmen in meiner HOMOsexualität: die Therapien zur Veränderung hatten keine wirkliche emotionale Veränderung gebracht. All die Jahre hatte ich mich gesehnt, einmal – so wie die anderen – echtes Verliebtsein zu erfahren. Ich hatte es nie. Bei einer Frau konnte ich tolle Freundschaft erfahren, aber nicht dieses erstaunliche Hingezogensein– eine Fähigkeit, die Gott ebenfalls in die Schöpfung gelegt hat (wenn dies auch natürlich noch nicht reife Liebe ist). Und bei einem Mann hätte ich es mir nicht erlaubt.  Während ich mich in all den anderen Bereichen fundamental ehrlich in Gottes Hand gegeben hatte, konnte ich es nun auch hier. Und ich durfte dieses Verliebtsein erfahren, was später zu einer echten, tiefen Partnerschaft führte.  

Aber die Schrift ist doch eindeutig dagegen!

Aber sagt die Schrift nicht klar, daß es ein Gräuel ist? Mir war mein ganzes Leben lang wichtig, dass ich nicht meinen Willen in die Schrift "hineinlese", sondern von Gott her verstehe, was ER mit den Worten der Bibel meint. Ich erinnere mich, wie ich schon mit 15 staunend die Bibel vor mir hatte - dieses Buch würde Gott nun gebrauchen, um zu mir zu sprechen. Und wie ich mich zuerst ihm hingab, ihn um sein Reden bat und sie dann öffnete. Und dies ist heute nicht anders. Also was sagt Gott durch die Schrift?! Hier machte ich beim Lesen völlig erstaunliche Entdeckungen.

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Was für eine Quelle des Lebens! Wie offenbart sich Gott uns durch sein Wort?

  • Das Erste: Keine der nur sechs (natürlich deswegen nicht weniger ernstzunehmenden) Bibelstellen, die heute auf Homosexualität gedeutet werden, spricht nur im Entferntesten über treue, partnerschaftliche Liebe. Darüber spricht die Bibel nicht!
  • Ja, sie spricht von gleichgeschleichtiger Sexualität - aber an keiner Stelle von gleichberechtiger, von beiden gewünschter, in gegenseitiger Einwilligung. 
  • Das Wort "Homosexualität" in die Bibelübersetzungen einzusetzen ist exegetisch unsauber. Warum? Es ist ein Begriff, der erst in den 1960er Jahren entstand und inzwischen eine gesellschaftlich lebbare Form gleichgeschlechtlicher und dauerhafter Beziehung bezeichnen kann und keineswegs nur eine sexuelle Praxis (in alt- und z. T. neutestamentlicher Zeit gab es andere gesellschaftlich lebbare Formen, z. B. die Vielehe, die damals völlig akzeptiert war). Bei den häufig mit "Homosexualität" übersetzten Stellen schreibt z. B. Luther "Knabenschänder" bzw "Lustknaben". 

Dies sind nur kleine, völlig unausreichende Stichworte, definitiv ist für ein Thema, was so fundamental die Lebensentscheidungen einer großen Anzahl von Menschen bestimmt und die Gesellschaft und Gemeinde so durcheinanderwirft, ein gründlicheres Studium nötig. Du findest -> HIER ausführlicher, was ich und andere Bibellehrer, die ernsthaft die Schriftstellen zu diesem Thema studierten, herausgefunden haben. Es wäre toll, wenn du dir die Mühe machst - um deiner Glaubensgeschwister und der Glaubwürdigkeit des Evangeliums willen - selbst genauer in der Bibel nachzulesen, um nicht von denjenigen Lehrmeinungen überrumpelt zu bleiben, die für "Bibelgläubige" oft so erstaunlich vereinfachend und stereotyp daherkommen.

Ich weiß, dies alles, was ich nun schrieb, ist harter Tobak. Was für mich Jahre des langsamen Herangeführtwerdens, des Verdauens und Nachdenkens dauerte, in denen jahrelang Gelerntes komplett umgedreht wurde, "werfe ich dir" mit einem Male hier vor. Nimm dir Zeit, mit deinem Herzen liebend nachzudenken, so wie es der Geist in uns anregt. 

Gerne kannst du mich persönlich erreichen unter: patrick@horeb.world. Ich würde mich freuen, wenn auch du, solltest du mir schreiben, so wie ich selbst ohne Maske und ehrlich geschrieben habe, direkt von deinem Herzen aus schreibst und nicht nur aus deinem theologischen Denken heraus. Theologie ist wichtig, aber die Begegnung von Mensch zu Mensch in der Hochachtung des anderen, der in seinem eigenen, verantwortlichen Nachdenken auf der Suche nach dem Willen Gottes vielleicht zu ganz anderen Ergebnissen gekommen ist, ist weit mehr als Theologie. 

Vielleicht kann ich so mehr sagen, als mit Worten...

Danke für dein geduldiges Hineinhören und Hineindenken.

Herzlich, Patrick Emmanuel